Die Region Weserbergland+ stellt sich aktiv auf die Reform des EU-Haushalts 2028–2034 ein und nutzt die anstehenden Änderungen, um ihre Entwicklungsstrategie zu schärfen und die Interessen der Menschen vor Ort in Brüssel deutlich zu vertreten. Dabei setzt sie konsequent auf Bottom-up-Ansätze, bewährte Förderinstrumente wie LEADER und Zukunftsregionen sowie eine enge Partnerschaft mit Land und EU‑Institutionen.
Ausgangspunkt: Brüsselreise und neuer EU-Finanzrahmen
Im November 2025 hat sich die Region Weserbergland+ in Brüssel mit Vertreterinnen und Vertretern der EU-Kommission, des EU-Parlaments und des Ausschusses der Regionen zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 und zur Zukunft der Kohäsionspolitik ausgetauscht. Hintergrund sind Kommissionsvorschläge, die die Zahl der Programme deutlich reduzieren, nationale und regionale Partnerschaftspläne (NRPP) einführen und die Struktur- und Investitionsfonds neu ordnen sollen. Die Steuerungsgruppe der Regionalen Entwicklungskooperation Weserbergland+ versteht sich dabei als Schnittstelle zwischen EU-Politik und den lokalen Akteurinnen und Akteuren in den vier Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden, Nienburg und Schaumburg und bringt die regionale Perspektive aktiv in diesen Reformprozess ein.
Die Region begrüßt den Reformansatz im Grundsatz, warnt aber zugleich davor, dass rein nationale Interessen die Sichtbarkeit europäischer Ziele wie Zusammenhalt, Teilhabe und Klimaschutz vor Ort überlagern könnten. Für Niedersachsen und seine ländlich geprägten Räume ist deshalb entscheidend, dass die EU-Mittel auch künftig verlässlich und in ausreichender Höhe zur Verfügung stehen, um Regionalentwicklung, Transformation, Daseinsvorsorge, Klimaschutz und Fachkräftesicherung zu finanzieren.
Leitbild: Menschen vor Ort stärken
Künftig sollen EU-Mittel über Nationale und Regionale Partnerschaftspläne stärker an regionalen Bedarfen ausgerichtet. Für Weserbergland+ bleibt LEADER dabei das zentrale Instrument, um lokale Ideen, zivilgesellschaftliches Engagement und innovative Projekte im ländlichen Raum umzusetzen. Ergänzend ermöglichen die Zukunftsregionen in Niedersachsen, Transformationsprozesse passgenau in den Regionen zu gestalten. Einschließlich der Mittel für regionale Fachkräftebündnisse und arbeitsmarktbezogene Initiativen fließt bereits heute ein relevanter Anteil der Niedersachsen zugewiesenen EU-Mittel in lokale und regionale Projekte; nach Auffassung der Region sollte dieser Anteil von rund 12–14 Prozent mindestens gehalten werden.
Strategische Antworten der Region Weserbergland+
Die Region setzt auf drei zentrale strategische Linien: Erstens sollen Bottom-up-Strukturen wie Lokale Aktionsgruppen, regionale Partnerschaften und ehrenamtliches Engagement auch im neuen System eine tragende Rolle behalten und das mit passenden Fördersätzen und praktikablen beihilferechtlichen Vorgaben. Zweitens strebt die Region eine bessere Verzahnung von Instrumenten wie LEADER, Zukunftsregionen und Fachkräftebündnissen an, um Doppelstrukturen abzubauen, die Neuordnung der Fonds sinnvoll zu nutzen und Bürokratie spürbar zu reduzieren. Drittens bringt Weserbergland+ ihre langjährige Erfahrung aktiv in Landesförderstrategie, Regionale Innovationsstrategie (RIS) und die Ausgestaltung von Multifondsprogrammen sowie NRPP auf Landes- und Bundesebene ein.
So macht die Region deutlich: Der neue Mehrjährige Finanzrahmen ist für Weserbergland+ nicht nur eine technische Neusortierung von Fördertöpfen, sondern eine Chance, europäische Ziele gemeinsam mit den Menschen vor Ort sichtbar, handlungsorientiert und zukunftsfest umzusetzen.